Der Wein (lat. „Vinum“) ist bekanntlich ein durch alkoholische Gärung aus frischem Traubenmost oder eingemaischten Weintrauben gewonnenes Getränk, das nach seinem abgeschlossenen Gärprozess in Behältnissen gelagert und in Flaschen abgefüllt vermarktet, also getrunken wird.
Eine derart knappe, rein sachliche Weindefinition kann für das Kulturgut Wein natürlich nie und nimmer ausreichend sein, denn Wein ist mehr als nur Getränk, mehr als Alkohol. Das wird uns bewusst, wenn wir uns mit der Kulturgeschichte des Weines befassen, die fast so alt wie die der Menschheit ist, denn die Weinrebe wurde schon sehr früh kultiviert und die Bereitung von Wein erfolgte bereits im 5. Jahrtausend v. Chr. in Nordmesopotamien und im Westiran. Im späten 4. Jahrtausend wurde in Ägypten und im späten 3. Jahrtausend im ägäischen Raum bereits Wein erzeugt und gehandelt. Im 2. und 1. Jahrtausend v. Chr. gelangte die Wein- und Rebkultur, von den Phönikern vermittelt, schließlich auch in den westlichen Mittelmeerraum, nach Nordafrika, Spanien und im 1. Jahrtausend v. Chr. u.a. mit den Griechen nach Italien und Frankreich und alsdann mit den Römern auch in die von ihnen eroberten Gebiete, u.a. nach Burgund und Bordeaux, ins Elsass, an den Bodensee und nach Südwestdeutschland, sowie an Rhein und Mosel. Im Gefolge der spanischen Kolonisation gelangte die in Europa angebaute Rebe im 16. Jahrhundert auch nach Süd- und Mittel- und Nordamerika.
Wein ist also mittlerweile als geschätztes Getränk auch ein weltumspannendes Warengut geworden und so nun auch den Gesetzen der Globalisierung unterworfen. Das bewirkt aktuell, dass derzeit von Übersee aus sich Macharten des Weines anschicken, in Europa das Reinheitsgebot des Weines zu unterlaufen. Wein ohne Trauben ? Nein danke !
Ein Grund also mehr, den wirklich guten und naturreinen Wein als wohlschmeckendes Getränk zu schätzen und seine positiven Wirkungen zu loben und zu preisen. Das aber verlangt von uns, stets auf die natürliche Herstellung des Weines zu pochen und sich gegen jegliche künstlichen Zusätze zu wenden. Und wer könnte das besser, als wir Verbraucher, denn wir bestimmen doch letztendlich mit dem was wir einkaufen den Markt. Na denn ! (H.R.)
Mit freundlicher Genehmigung von: Klettgau-Historia
Beitrag veröffentlicht am 05.10.2009 in der Rubrik Kultur und Geschichte