(Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt) Halle/Saale, 31.03.2010
Der lang anhaltende und strenge Frost mit Temperaturen teilweise unter minus 25 Grad Celsius sowie die schlechten Bedingungen zur Blütezeit (Verrieselung) haben besonders den Rebsorten Müller-Thurgau (118 Hektar) - besonders anfällig und teilweise mit Totalausfällen - Bacchus (26 Hektar), Traminer (26 Hektar), Weiß- sowie Grauburgunder (79 bzw. 29 Hektar) stark zugesetzt. Aber optimale spätsommerliche Witterungsbedingungen mit vielen Sonnenstunden führten nicht nur zu einem Anstieg des Zuckergehaltes in den Beeren, sondern auch zu besonders qualitativem, gesundem und hoch reifem Lesegut. So konnten fruchtbetonte und gehaltvolle Weine mit einem durchschnittlichen Mostgewicht (wichtiges Kriterium der Qualität der Weinmosternte) von 81 Grad Oechsle (2008 = 75 Grad Oechsle) erzeugt werden. Die erreichten durchschnittlichen Mostgewichte betrugen bei den Weißweinrebsorten 82 Grad Oechsle, bei der Rebsorte Grauburgunder sogar 94 Grad Oechsle, und bei den Rotweinsorten 79 Grad Oechsle, bei der Rebsorte Regent 91,6 Grad Oechsle.
Die gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte kleinere Erntemenge ist auf die in den letzten 10 Jahren niedrigste Flächenleistung im Mittel aller Rebsorten von 39,9 Hektoliter je Hektar zurück zu führen. Im ertragsreichsten Vorjahr lag sie bei 83,1 Hektoliter je Hektar.
Bei den erzeugten Weißweinen (16 633 Hektoliter) liegt der Anteil „einfacher“ Qualitätsweine bei 75 Prozent und der der Qualitätsweine mit Prädikat bei 25 Prozent (2008 = 16 Prozent). Die Produktion von Rotwein (8 104 Hektoliter) umfasste 33 Prozent (2008 = 28 Prozent) der Erntemenge. Dabei war der Anteil der Qualitätsweine ohne Prädikat mit fast 95 Prozent sehr hoch.