Einem jeden Menschen gibt die Natur das Seine.
Wenn ich dichte, trinke ich nur vom guten Weine,
Wie der Wein ist, den ich trink', so ist auch mein Schreiben.
Wenn ich nichts genossen hab', kann ich nichts betreiben.
Verse, die ich nüchtern mach', ach wie leicht die wiegen!
Nach dem Trunk kann ich jedoch den Ovid besiegen.
(Gedicht des Archipoeta, 12. Jahrhundert, übertragen von Prof. Dr. Otto Meyer)
Der Wein wandelt den Maulwurf zum Adler.
(Charles Baudelaire, 1821-1867, französischer Dichter)
Bacchus - Nützliche Gottheit; von den Alten als Ausrede für einen guten Rausch erfunden.
(Des Teufels Wörterbuch: Ambrose Gwinnett Bierce, 1842-1914, amerikanischer Schriftsteller)
Der ist nicht wert des Weines,
Der ihn wie Wasser trinkt.
(Die Lieder des Mirza Schaffy, Friedrich Martin von Bodenstedt, 1819-1892, deutscher Schriftsteller)
Goethe trank täglich mehr als zwei Liter Wein und wurde über 80 Jahre alt. Und niemand sage, mit nur einem Liter hätte er zweimal so viel geschrieben und wäre er doppelt so alt geworden.
(Gregor Brand, deutscher Lyriker und Aphoristiker)
Er kennt mehr Genüsse als irgendein Mann, den ich je getroffen habe. Er denkt aus Sinnlichkeit. Zu einem alten Wein und einem neuen Gedanken könnte er nicht nein sagen.
(Der Papst über Galileo Galilei in Bertolt Brechts 'Das Leben des Galilei', 12. Szene)
Wozu die Wahrheit im Kaffeesatz suchen,
da sie doch so angenehm im Wein untergebracht ist.
(André Brie)
Im Wein birgt sich viel:
Spiel, Schwermut und Lust.
(Georg Britting, 1891-1964)
Ich trinke nicht Wein, um zu trinken bloß,
Nicht zu schwelgen sitten- und glaubenslos;
Ich trinke, um höher mich zu beleben,
Mich aus mir und über mich zu erheben.
(Omar Chajjâm, 1048-1131)
Die Guten seh'n im Wein nur edle Tugend,
Die Bösen nur Verbrechen, Trug und List.
Wein ist der Spiegel unsres bunten Lebens:
Man sieht im Weine, was man selber ist.
(Omar Chajjâm, 1048-1131)
Die junge Generation hat auch heute Respekt vor dem Alter, allerdings nur noch beim Wein, beim Whisky und bei den Möbeln.
(Truman Capote, 1924-1984, amerikanischer Schriftsteller)
Der Weise erkennt einen Freund auch ohne Wein.
(Chao-Hsiu Chen, taiwanesische Schriftstellerin)
Es ist mir völlig gleichgültig, wohin das Wasser fliesst, solange es nicht in den Wein läuft.
(Gilbert Keith Chesterton, 1874-1936)
Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse.
(Salvador Dalí, 1904-1989)
Vom Urbeginn der Schöpfung ist dem Wein eine Kraft beigegeben, um den schattigen Weg der Wahrheit zu erhellen.
(Alighieri Dante, 1265-1321, italienischer Dichter und Philosoph)
Ich möchte Weintrinker sein,
mit Kumpanen abends vor der Sonne sitzen
und von Dingen reden, die wir gleich verstehn...
(Franz Josef Degenhardt, deutscher Liedermacher und Schriftsteller)
Wenn Penicillin Kranke heilen kann, dann kann spanischer Sherry Tote ins Leben zurückbringen.
(Sir Alexander Fleming)