Und Dichter sollen insgemein
Von Wahrheit, Liebe, Witz und Wein
Sehr gute Freunde und Kenner sein.
(Christian Fürchtegott Gellert, 1715-1769)
Reben, die lange entblättert sind,
Frieren und liegen darnieder,
Über die Hänge im Abendwind
Weinen Klapotetzlieder.
Weinen um all die vergangenen Lust,
Ernte und Winzergelage,
Wecken in meiner ruhigen Brust
Sehnsucht verklungener Tage.
Gib mir noch einmal, braunäugiges Kind,
Deine verdurstenden Glieder!
Nutzlose Klage im Abendwind
Weinen Klapotetzlieder.
(Ernst Goll, 1910)
Was kann das Totenreich gestatten?
Nein! Lebend muß man fröhlich sein.
Dort herzen wir nur kalte Schatten;
Dort trinkt man Wasser und nicht Wein.
(Friedrich von Hagedorn, 1708-1754)
Noch währt die Zeit der Jugend, das Beste ist nur Wein.
Das Beste für Betrübte ist wüst und trunken sein.
Die Welt ist wüst vom Scheitel bis zu der Füße Rand.
Das wüst sein ist das Beste, in einem wüsten Land.
(Hafis, 1324-1390, persischer Lyriker)
Wir können vieler Ding entbehren
Und dies und jenes nicht begehren,
Doch werden wenig Männer sein,
Die Weiber hassen und den Wein.
(Johann Peter Hebel, 1760-1826)
Jetzt schwingen wir den Hut
der Wein, der war so gut.
Der Kaiser trinkt Burgunder Wein,
sein schönster Junker schenkt ihm ein,
und schmeckt ihm doch nicht besser, nicht besser.
(Johann Peter Hebel, 1760-1826, Abendlied)
Der Wein ist die edelste Verkörperung des Naturgeistes.
(Friedrich Hebbel)
Im Wein liegt Wahrheit -
und mit der stößt man überall an.
(Friedrich Hegel)
Weinlesen macht nicht betrunkener als Büchertrinken belesener macht.
(Elke Heidenreich)
Wenn der Wein niedersitzt, schwimmen die Worte empor.
(Herbert Heckmann, deutscher Schriftsteller)
In jedem vollen Glase Wein
Seh' unten auf dem Grund
Ich deine hellen äugelein
Und deinen süßen Mund.
Da trink ich schnell und warte nicht
Und küsse dich im Wein;
Auf's neu zu schaun dein Angesicht
Schenk ich schnell wieder ein.
So füll und leer mein Gläschen ich
Und trinke immer zu!
Nennt man mich nächstens liederlich -
Die Schuld mein Schatz hast Du!
(Rudolf Hermanns, 1853-1909)
Der Rhein,
Und wär's nur um den Wein,
Der Rhein soll deutsch verbleiben.
(Georg Herwegh, 1817-1875, deutscher Dichter und Übersetzer)
Ein Leben wie im Paradies
Gewährt uns Vater Rhein;
Ich geb es zu, ein Kuss ist süß,
Doch süßer ist der Wein.
(Ludwig Hölty, 1748-1776, deutscher Dichter)
Die Erde wär' ein Jammertal
Voll Grillenfang und Gicht,
Wüch's uns zur Lindrung unsrer Qual
Der edle Rheinwein nicht.
(Ludwig Hölty, 1748-1776, deutscher Dichter, Trinklied)
Gott schuf nur das Wasser
aber der Mensch schuf den Wein.
(Victor Hugo)
Nichts macht mit der Landschaft vertrauter, als der Genuß der Weine, die auf ihrer Erde gewachsen und von ihrer Sonne durchleuchtet sind.
(Ernst Jünger, Schriftsteller und Philosoph, 1895-1998)
Ein guter Witz geht immer für ein Stück Brot, und ein leichter Sinn ersetzt manchen Becher Wein.
(Gottfried Keller, 1819-1890, schweizer Dichter)
Weißt Du, manchmal habe ich so das Gefühl, eine Pulle Wein sei mehr Wert, als die ganze Dichterei.
(Gottfried Keller, 1819-1890, schweizer Dichter)
Wohlauf! noch getrunken
Den funkelnden Wein!
Ade nun, ihr Lieben!
Geschieden muss sein.
(Justinus Andreas Christian Kerner, 1786-1862, deutscher Arzt, Dichter und Autor)
Die Freundschaft, die der Wein gemacht, wirkt wie der Wein, nur eine Nacht.
(Friedrich von Logau, 1604-1655, deutscher Dichter)
Das Geräusch des Korkens erinnert mich an das Hochgehen des Vorhangs bei einer Premiere, wenn nur Gott allein weiß, was uns da erwartet.
(François Mauriac)
Das Trinken ist fast das letzte Vergnügen, das uns die Jahre nehmen.
(Michel de Montaigne)
So lang ich leb, lieb ich den Wein
Denn er vertreibt Furcht und Pein,
Verjagt Melancholey und Schmerzen.
(Johann Michael Moscherosch, 1601-1669)