Nichts macht mit der Landschaft vertrauter, als der Genuß der Weine, die auf ihrer Erde gewachsen und von ihrer Sonne durchleuchtet sind.
(Ernst Jünger, Schriftsteller und Philosoph, 1895-1998)
Zuweilen freut es mich, still und allein
In kühler Stube ruhevoll zu zechen,
Mit einem alten, liebgewordenen Wein
Ein gutes, treues Freundschaftswort zu sprechen.
Dann wünsch ich hoffend mir die Zeit herbei,
Da mir und meiner Pilgerfahrt auf Erden
Doch noch einmal, ob's auch in Schmerzen sei,
Der reinen Reife Tage kommen werden.
Dann aber sei ein Freund mit auch beschert
Der meines Lebens überfüllten Becher
Mit dankbar schonendem Genusse ehrt,
Dem reifen Wein ein ebenbürtiger Zecher.
(Hermann Hesse, 1877-1962, deutsch-schweizerischer Dichter und Schriftsteller)
Wer keinen Wein trinkt,
dem entgeht viel Genuß,
Wer aber den Wein falsch trinkt,
verdirbt sich und anderen den Genuß.
(Joachim Ringelnatz)
Ein Dichten ist auch das Weingenießen,
nur daß die Verse nach innen fließen.
(Bremer Ratskellerspruch)
Einen alten Wein zu genießen, das ist wie körperliche Liebe zu einer alten Dame. Es ist möglich; es kann sogar Vergnügen bereiten, aber es erfordert ein kleines bißchen Vorstellungskraft.
(André Tchelistcheff, kalifornischer Weinbauexperte, bei einer Verkostung 1971 in San Francisco)
Dies ist die einzige Art, Wein zu genießen - wenn ein paar kundige und begeisterungsfähige Freunde zusammenkommen und sich frei fühlen, in unverhülltem Entzücken zu schwelgen.
(George Bernhard Shaw, 1856-1950, irischer Schriftsteller)
Wer genießen kann, trinkt keinen Wein mehr, sondern kostet Geheimnisse.
(Salvador Dalí, 1904-1989)
Er kennt mehr Genüsse als irgendein Mann, den ich je getroffen habe. Er denkt aus Sinnlichkeit. Zu einem alten Wein und einem neuen Gedanken könnte er nicht nein sagen.
(Der Papst über Galileo Galilei in Bertolt Brechts 'Das Leben des Galilei', 12. Szene)
Der edle Wein ist doch der beste Schieferdecker,
sein güldener Schein macht alle Menschen etwas kecker,
ich wundre mich, dass er so klettern kann und steigen,
und macht, dass sich die großen Häupter vor ihm neigen.
(Clemens Brentano und Achim von Arnim, Des Knaben Wunderhorn, Sammlung von Volksliedtexten)
Der Wein gehört zu den kostbarsten Gaben der Erde. So verlangt er Liebe und Respekt, wir haben ihm Achtung zu erweisen.
(Hammurabi, 1728-1686 v. Chr., babylonischer König)
Der Wein erfreut des Menschen Herz, und die Freudigkeit ist die Mutter aller Tugenden. Wenn Ihr Wein getrunken habt, seid Ihr alles doppelt, was Ihr sein sollt, noch einmal so leicht denkend, noch einmal so unternehmend, noch einmal so schnell ausführend.
(Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832: Götz von Berlichingen, 1. Akt, Herberge im Wald)
Das Geräusch des Korkens erinnert mich an das Hochgehen des Vorhangs bei einer Premiere, wenn nur Gott allein weiß, was uns da erwartet.
(François Mauriac)
Es ist eine platte Ansicht zu glauben, daß der Wein unmittelbar aus sich selbst alle die Wirkungen hervorbringt, die wir ihm zuschreiben. Sein Duft und Hauch erweckt nur die Qualitäten, die in uns ruhen.
(Ludwig Tieck)
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
(Theodor Storm, 1817-1888, deutscher Lyriker)