Heißer Juli verheißt guten Wein.
(Bauernregel)
Heißer Sommer, guter Wein.
(Bauernregel)
Im August viel Regen ist dem Wein kein Segen.
(Bauernregel)
Reben, die lange entblättert sind,
Frieren und liegen darnieder,
Über die Hänge im Abendwind
Weinen Klapotetzlieder.
Weinen um all die vergangenen Lust,
Ernte und Winzergelage,
Wecken in meiner ruhigen Brust
Sehnsucht verklungener Tage.
Gib mir noch einmal, braunäugiges Kind,
Deine verdurstenden Glieder!
Nutzlose Klage im Abendwind
Weinen Klapotetzlieder.
(Ernst Goll, 1910)
Nichts macht mit der Landschaft vertrauter, als der Genuß der Weine, die auf ihrer Erde gewachsen und von ihrer Sonne durchleuchtet sind.
(Ernst Jünger, Schriftsteller und Philosoph, 1895-1998)
Der Wein ist die edelste Verkörperung des Naturgeistes.
(Friedrich Hebbel)
Auf der Berge freien Höhen,
In der Mittagsonne Schein,
An des warmen Strahles Kräften
Zeugt Natur den goldnen Wein.
(Friedrich von Schiller, 1759-1805; Punschlied, Im Norden zu singen)
Regen lässt das Gras wachsen, Wein das Gespräch.
(Schwedisches Sprichwort)
Einem jeden Menschen gibt die Natur das Seine.
Wenn ich dichte, trinke ich nur vom guten Weine,
Wie der Wein ist, den ich trink', so ist auch mein Schreiben.
Wenn ich nichts genossen hab', kann ich nichts betreiben.
Verse, die ich nüchtern mach', ach wie leicht die wiegen!
Nach dem Trunk kann ich jedoch den Ovid besiegen.
(Gedicht des Archipoeta, 12. Jahrhundert, übertragen von Prof. Dr. Otto Meyer)
Wein ist die Nachtigall unter den Getränken.
(Voltaire, französischer Schriftsteller und Philosoph, 1694-1778)
Der Mensch ersetzt oft durch Phantasie und Wein was ihm an Naturkräften abgeht. Das muß notwendig ganz eigene Phantasie- und Weingeschöpfe hervorbringen.
(Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799)
Hätt' Adam uns'ren Wein besessen - hätt' er den Apfel nicht gegessen!
(Spruch auf einem Weinkrug)
Der Wein wandelt den Maulwurf zum Adler.
(Charles Baudelaire, 1821-1867, französischer Dichter)
Der Wein ist mein Vergnügen!
Ich wollt, das ganze Meer
Wär Wein und ich ein Walfisch,
Der schwömme drüber her.
(Georg Weerth,1822-1856, deutscher Kaufmann und Schriftsteller, aus Werke, Bd.1: Gedichte)
Der Rhein,
Und wär's nur um den Wein,
Der Rhein soll deutsch verbleiben.
(Georg Herwegh, 1817-1875, deutscher Dichter und Übersetzer)
Der Rheinwein stimmt mich immer weich
und löst jedwedes Zerwürfnis
in meiner Brust, entzündet darin
der Menschenliebe Bedürfnis.
(Heinrich Heine, 1797-1856)
Ein Leben wie im Paradies
Gewährt uns Vater Rhein;
Ich geb es zu, ein Kuss ist süß,
Doch süßer ist der Wein.
(Ludwig Hölty, 1748-1776, deutscher Dichter)
Die Erde wär' ein Jammertal
Voll Grillenfang und Gicht,
Wüch's uns zur Lindrung unsrer Qual
Der edle Rheinwein nicht.
(Ludwig Hölty, 1748-1776, deutscher Dichter, Trinklied)